Erfahrungen nach einer Woche

Hardware

Nach einer Woche mit dem iBook kann ich jetzt einen Bericht über die Hardware abgeben:

Der Akku hält tatsache um 6h wenn er neu ist, Apple übertreibt also sicher nicht mit der Angabe, daß er 5h halte. Der Sound ist für ein Notebook ungewöhnlich gut: Mit Ausnahme der Bässe klingen die internen Lautsprecher klarer und sauberer als sonst üblich, somit lassen sich auch DVDs problemlos ohne Kopfhörer wiedergeben. Das Display hat ebenfalls eine hohe Qualität: Man kann das Bild selbst aus extremen Winkeln noch lesbar erkennen, Farbverfälschungen gibt es kaum, lediglich ein abgeschwächter Kontrast, wenn man von zu weit oben hineinsieht. Das WLAN hat einen sehr guten Empfang (im Gegensatz zum VPN der Uni), allerdings kommt man leider nicht annähernd auf “echte” 54MBit, was jedoch eher am WLAN allgemein als am AirPort-Modul liegt.

Das DVD-Laufwerk (DVD-ROM + CD-Brenner, kein SuperDrive) macht leider als einzige Komponente des iBooks lautstark auf sich aufmerksam, zum Glück werde ich es dank WLAN nicht oft benutzen. 😉 Ansonsten ist es so flüsterleise, daß ich mir schon mehrmals im Unklaren darüber war, ob es noch läuft oder sich abgeschaltet hat.

Der Tastaturschoner dämpft die Anschläge wirklich brauchbar und schützt auch gut vor Verschmutzung (man glaubt gar nicht was sich in nur einer halben Woche an Dreck ansammelt). Auch die Neopren-Tasche hat schon einige drückende Gegenstände vom Gehäuse abgehalten.

Alles in allem muss ich sagen, daß die Hardware ihren Preis wirklich wert ist.

Was mir vor wenigen Minuten jedoch auffiel ist, daß auf den Tischen im P-N 201 das Display unaufhörlich wackelt (man sollte eigentlich erwarten, daß im Physik-Gebäude keine Schwingungen durch die Reihen geleitet werden), ich tippe darum gerade auf dem Schoß. Vielleicht ist dies das erste was mir wirklich unangenehm auffällt, aber da dies bisher erst heute vorkam, sollte es wohl kein Problem darstellen.

Software

Dem iBook liegt bereits eine Reihe Software bei: iPhoto, iMovie (kleines DV-Videoschnittprogramm), iDVD (Authoring-Tool, leider macht das nur mit SuperDrive Sinn), GarageBand (Mehrspur-Audiorekorder mit Effekten), AppleWorks (ähnlich Microsoft Works), ein DVD-Player, der MS Internet Explorer, sowie eine 60-tägige Testversion von MS Office 2004 und noch 2 kleinere Spiele. Dazu kommen noch die Standardprogramme von Mac OS X, wie z.B. der Webbrowser Safari, iTunes oder QuickTime.

Das Betriebssystem an sich ist ordentlich und es macht richtig Spaß damit zu arbeiten. An die etwas andere Bedienung und vor allem das fremde Tastaturlayout (alt entspricht Alt Gr, Apfel-Taste entspricht Alt; @ liegt nicht auf Q sondern auf L, Backslash \ liegt auf Alt+Shift+7,…) gewöhnt man sich relativ schnell.

Kostenlose Fremdsoftware (vorallem aus dem Open Source-Bereich) findet man nach kurzer Suche ebenfalls. So z.B. TeXShop als LaTeX-Editor mit integrierter Vorschau oder AdiumX als Mehrprotokoll-Instant-Messenger (iChat kennt nur AIM). Gängige Anwendungen wie Firefox, Thunderbird, Opera, Eclipse, LyX, aber auch ScummVM oder DOSBox gibt es ebenfalls für Mac OS X, auch wenn das noch niemandem aufgefallen sein sollte.

Warcraft III lässt sich übrigens auch nativ auf dem Mac installieren – Blizzard liefert auf dergleichen CD wie die PC-Version eine für OS X mit (auf der Hülle steht “PC MAC CD”, was wohl auch noch niemandem aufgefallen ist *g*). Es empfiehlt sich hier jedoch eine 3-Button-Maus mit Scrollrad zu benutzen (wir erinnern uns: Apple’s Rechner bieten immer nur eine Maustaste, welche mit Tastenkombinationen ergänzt wird). Per USB wird eine solche Maus jedoch problemlos erkannt – eigenartigerweise kann man alle Buttons + sogar das Scrollrad wie gewohnt verwenden…

Abraten möchte ich an dieser Stelle von der Verwendung der Funktion FileVault (Verschlüsselung des Anwenderverzeichnisses): Zum einen wird die Performance der Festplatte stark reduziert, zum anderen passieren ein paar schöne Sachen, wenn man an anderer Stelle einen Fehler macht. So habe ich es bei dem Versuch, per passwd ein root-Kennwort zu setzen geschafft, das des normalen Benutzers zu ändern. Da dies daraufhin nicht mehr mit dem des FileVaults übereinstimmte, konnte mein Home-Verzeichnis und somit auch meine Einstellungen nicht geladen werden. Die Folge: Ich habe eine Weile gebraucht um herauszufinden, wie ich meine Dateien wieder sauber aus dem verschlüsselten “sparseimage” ziehen konnte. Für alle die einen ähnlichen Fehler begehen: root freischalten (Kennwort per NetInfo Manager eingeben). Als normaler Benutzer das sparseimage öffnen und den Inhalt des Images mittels RsyncX (http://archive.macosxlabs.org/rsyncx/rsyncx.html) nach /backup oder einem ähnlichen Verzeichnis synchronisieren (mit cp werden keine versteckten Dateien und Besonderheiten des Dateisystems mitkopiert). Dann als root einloggen, das Benutzer-Verzeichnis per rm -Rf /Users/Benutzer entfernen und von /backup nach /Users synchronisieren. Anschließend sollte man wieder wie gewohnt einloggen können. FileVault scheint einigen Posts auf www.macuser.de nach zudem recht instabil zu sein und ist außerdem ein bekanntes Sicherheitsrisiko. Daher sollte man davon absehen, es zu benutzen.